Heimunterbringung bei Demenz
Hinweise für die Suche nach einer geeigneten Pflegeeinrichtung
Viele Angehörige stehen für den Fall, dass Sie einen Heimplatz suchen müssen, vor einer Reihe von Fragen. Es gibt in der Region eine Vielzahl von Einrichtungen, doch welche ist am besten geeignet?
Die Beratungsstelle kann und will keine Empfehlung für einzelne Einrichtungen abgeben. Doch wir stellen Ihnen eine Übersicht der Einrichtungen zur Verfügung, die nach Selbstauskunft demenzkranke Menschen aufnehmen. Weitere Informationen erhalten Sie z.B. auch im
Seniorenbüro der Stadt Braunschweig Andreas Kern, Telefon 0531-470 3385 oder Patricia Meister, Telefon 0531-470 8216bzw. bei der entsprechenden Sozialbehörde Ihrer Kommune.
Außerdem sollen Ihnen die folgenden Hinweise helfen, den möglichst optimalem Heimplatz für Ihren Angehörigen zu finden.
Beginnen Sie frühzeitig mit der Suche, denn freie Plätze stehen nur selten sofort zur Verfügung. Vereinbaren Sie mit der Heimleitung einen Gesprächs- und Besichtigungstermin. Schauen Sie sich möglichst mehrere Häuser an. Im Vergleich wird Ihnen die Entscheidung leichter fallen.
- Die Kosten eines Heimplatzes sind unterschiedlich und variieren durch räumliche und personelle Ausstattung.
- Die Pflegekasse und, bei entsprechenden Voraussetzungen, das Sozialamt beteiligen sich an den entstehenden Kosten.
- Der Demenzkranke kann in der Regel den Heimvertrag nicht selbst abschließen. Damit Angehörige dies stellvertretend tun können, muss entweder eine notariell beglaubigte Vorsorgevollmacht bereits vorliegen oder Sie sollten mit einer Vorlaufzeit von ca. einem halben Jahr beim Vormundschaftsgericht eine Betreuung im Rechtssinn anregen.
Nicht jedes Heim ist für demenzkranke ältere Menschen geeignet, und so besteht eine erste Auswahl von Heimen in der Frage, werden Demenzkranke aufgenommen und wie werden sie betreut:
- Die zur Zeit am häufigsten durchgeführte Form ist die integrative Pflege. Dabei leben Demenzkranke und andere pflegebedürftige Menschen zusammen auf einer Station oder Wohneinheit.
- Eine Variante dieser Form ist die teilintegrative Pflege mit dem Unterschied, dass die Demenzkranken stundenweise in gesonderten Aktivitätsgruppen betreut werden.
- Die dritte Möglichkeit ist die sekregative Form in der nur Demenzkranke innerhalb einer Station oder Wohneinheit, mit entsprechendem Konzept, betreut und gepflegt werden.
- Die vierte Form ist die beschützte bzw. geschlossene Station, die für Demenzkranke und andere psychisch erkrankte ältere Menschen mit besonderem Betreuungsbedarf vorgesehen ist. Bei Demenzkranken kann dies bei Weglauftendenzen und ausgeprägten sozialen Verhaltensauffälligkeiten, wie z. B. Aggressionen, notwendig sein. Für diese Einrichtungen bedarf es eines Beschlusses, der vom Arzt und Richter befürwortet werden muss.
Die folgenden Fragen können für ein Gespräch und eine engere Auswahl behilflich sein:
- Wie groß ist eine Wohneinheit/Station? Es sollten nicht mehr als 25?30 Plätze sein, die möglichst noch in kleinere Einheiten untergliedert sind (z.B. Pflege/Wohngruppen von 8-10 Personen).
- Gibt es Orientierungshilfen wie z.B. große, gut lesbare Schilder, Kalender, farblich unterschiedliche Räume u.ä.? Demenzkranke können sich in entsprechend gestalteten Räumlichkeiten u.U. noch gut selbständig bewegen und zurechtfinden.
- Wann, wo und wie wird das Essen eingenommen? Gibt es verschiedene Angebote (Speisesaal, kleine Tischgruppen in der Wohneinheit, Essen im eigenen Zimmer), so dass je nach indidviduellem Bedürfnis die angemessene Form gewählt werden kann?
- Gibt es Raum für alltägliche Begegnungen (soziale Kontakte), wie z.B. ein großes Foyer, Fernsehraum, Wintergarten, Teeküche, Sitzecke o.Ä.? Gleichzeitig sollte es den Bewohnern jederzeit möglich sein, sich ins eigene Zimmer zurückziehen zu können.
- Gibt es ein Freigelände, das eventuell auch "weglaufsicher" ist? Viele Demenzkranke haben einen starken Bewegungsdrang. Im Idealfall sind die baulichen Voraussetzungen so angelegt, daß die Kranken diesem Bedürfnis auch außerhalb des Hauses ohne ständige Begleitung nachgehen können.
- Wird auf individuelle Bedürfnisse im Tagesablauf Rücksicht genommen? (Mahlzeiten, Zwischenmahlzeit für den "kleinen Hunger" Mittagsruhe, Bettgehzeit usw.)
- Gibt es spezielle Beschäftigungsangebote für die demenzkranken Bewohner? Um Überforderung auf beiden Seiten zu vermeiden, ist es bei bestimmten Angeboten sinnvoll, demente und nicht-demente Bewohner in getrennten Gruppen zu beschäftigen.
- Werden die noch vorhandenen Fähigkeiten der Bewohner im Alltag aktiviert? (z.B. durch Beteiligung an alltäglichen Aktivitäten wie Tischdecken, Blumengießen oder ähnlichem)
- Finden auch aushäusige Aktivitäten statt? Der Besuch eines Cafes, der gemeinsame kleine Einkauf in einem Geschäft oder andere vertraute Aktivitäten können bei Demenzkranken zur zeitweiligen Reaktivierung schon verloren geglaubter Verhaltenskompetenzen beitragen.
- Werden Angehörige, die das wünschen, in die Betreuung der Bewohner miteinbezogen?
- Welche Qualifikationen haben die MitabreiterInnen? Gibt es auch Personal mit gerontopsychiatrischer Zusatzqualifikation (Fortbildung im Umgang mit psychisch erkrankten älteren Menschen)?
- Wie ist die ärztliche Betreuung der Bewohner? Auch im Heim lebende Personen haben das Recht auf freie Arztwahl. Von besonderer Bedeutung ist bei Demenz darüber hinaus die Frage nach der Versorgung durch Fachärzte.
- Gibt es schriftliche Konzepte der Einrichtung insbesondere für die Betreuung demenzkranker Bewohner
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